Artikel Nr. 4427 | Ausgabe Nr 92 | 2015

Wissenswertes über Getränke

Ist die Grapefruit eine riskante Frucht?

Ist es wahr, dass es zwischen der Grapefruit und Medikamenten zu Wechselwirkungen kommen kann?

Ja, das ist absolut richtig. Verschiedene Studien belegen, dass Grapefruitsaft die Konzentration gewisser Medikamente im Blut erhöhen kann. Zu diesen Medikamenten gehören Felodipin und weitere Kalziumantagonisten (mit blutdrucksenkender Wirkung), Ciclosporin (zur Immunsuppression bei Organtransplantationen, um eine Abstossung zu verhindern), Terfenadin (ein Antihistaminikum), Saquinavir (ein Wirkstoff gegen HIV/ AIDS), Midazolam (ein Schlafmittel) usw. Die Moral der Geschichte: Wer Medikamente einnimmt, sollte bei einer medizinischen Fachperson abklären, ob er diese aus Ernährungssicht durchaus wertvolle Zitrusfrucht konsumieren darf.

Energieschub durch Energy Drinks?

Ich trinke gerne Energy Drinks, besonders wenn ich einen Energieschub brauche. Was halten Sie davon?

Verwechseln Sie «energiespendend» nicht mit «anregend»! Energy Drinks verdanken ihren Namen und die angeblich kraftspendende Wirkung einem ihrer Inhaltsstoffe, der Aminosulfonsäure Taurin, die erstmals aus einem Ochsen isoliert wurde. Meines Wissens gibt es jedoch keine Beweise dafür, dass dieser Stoff die körperliche oder intellektuelle Leistungsfähigkeit verbessert. Dass Energy Drinks ohne Zweifel anregend wirken, verdanken sie dem hohen Koffeingehalt von 320 mg/l.

Kaffee und Koffein

Ist übermässiger Kaffeekonsum nur ungesund wegen des Koffeins und koffeinfreier Kaffee deshalb unbedenklich?

Es stimmt, dass alle aus Ernährungssicht ungünstigen Wirkungen des Kaffees dem Koffein anzulasten sind. In übermässigen Mengen führt Koffein zu einer erhöhten Ausscheidung der Vitamine B und C sowie von Kalzium, Magnesium, Zink und Kalium mit dem Urin, ausserdem hemmt es die Eisenaufnahme im Darm. Weitere im Kaffee enthaltene Stoffe stimulieren allerdings die Magensekretion, beschleunigen die Darmpassage und werden zu Harnsäure umgewandelt. Ob mit oder ohne Koffein, Kaffee ist in hohen Mengen deshalb nicht zu empfehlen für Personen mit Magenschleimhautentzündung, Durchfallneigung und Gicht.

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Isabelle Hulmann Rita Ducret-Costa

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